• Tanja Laban

HEIZEN IN DER KRISE - SCHIMMEL VERMEIDEN

Aktualisiert: 14. Nov.


Mit der kalten Jahreszeit steigt das Risiko für Kondenswasser in Wohnungen und damit auch die Gefahr, sich Schimmelpilz in die Wohnung zu holen. Viele Menschen werden, ungeachtet ihrer finanziellen Situation, die persönliche WOHLFÜHLTEMPERATUR in diesem Winter verlassen. Aufgrund der massiv gestiegenen Gaspreise in Deutschland haben viele Hausbesitzer, Unternehmen sowie Wohnungskonzerne die Temperaturen der Heizkörper zumindest in der Nacht gedrosselt. Schimmelexperten beobachten diese Maßnahmen mit Sorge. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung warnt vor der Gefahr, dass durch die Reduzierung der Raumlufttemperaturen die SCHIMMELBILDUNG „grundsätzlich steigen“ wird.


Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Raumtemperatur tagsüber nicht

unter 19 Grad und nachts nicht unter 18 Grad zu senken. Weitere Absenkungen würden das Schimmelrisiko „deutlich“ erhöhen.


Getrieben wird das Phänomen Schimmel dabei durch die Physik:

Weil kältere Räume weniger Feuchtigkeit aufnehmen können als wärmere, erhöht sich die Gefahr für höhere Luftfeuchte und Kondensation. Besonders auf kalten Oberflächen und in Nischen, die kaum von durchziehender Luft erreicht werden, steigt das Risiko für Schimmel damit deutlich. Begünstigt wird die Schimmelbildung durch einen schlechten Zustand von Gebäuden – und wird damit nicht selten zur sozialen Frage. So teilt das Umweltbundesamt mit, dass ältere Gebäude mit schlecht gedämmten Außenwänden bei gleicher Innenraumtemperatur ein „deutlich“ höheres Risiko für sogenannten Kondenswasseranfall hätten als moderne und energieeffiziente Gebäude. Gänzlich gefeit vor Schimmel sind jedoch auch diese modernen Häuser nicht. Denn auch diese wären „nicht frei von Schimmelbefall, wenn nicht ausreichend geheizt und gelüftet wird“, so das Umweltbundesamt. Entscheidend ist zudem die Frage der Haushaltsgröße. Je mehr Personen im Haushalt leben, desto mehr Wasserdampf entsteht. Bis zu zwölf Liter

produziert etwa ein Drei-Personenhaushalt. Je enger der Wohnraum, desto wichtiger ist es, die Räume regelmäßig zu lüften.


Dass der Schimmel allein mit häufigem Lüften verhindert werden kann, verneinen Experten. „Meist wird davon gesprochen, dass regelmäßiges Lüften Abhilfe schafft, aber das ist nur die halbe Wahrheit“, sagt Wolfgang Lorenz, stellvertretender Vorsitzender im Bundesverband Schimmelpilzsanierung. Laut dem Experten könne falsches Lüften das Problem sogar verschlimmern. Statt dem sogenannten Querlüften, bei dem alle Fenster in der Wohnung aufgerissen werden, sollten Mieter laut Lorenz gezielt lüften. „Wichtig ist, dass dort, wo bei der Nutzung Wasserdampf freigesetzt wird, die mit der Feuchtigkeit belastete Luft direkt ins Freie transportiert wird“, so Lorenz. Meistens mehr als 80 Prozent der Feuchtigkeit in Wohnungen würde in Bad und Küche entstehen. Durch Querlüften könne diese feuchte Luft in andere Räume gelangen und sich an den Wänden niederschlagen. „Es ist besser, wenn man nach dem Duschen oder Baden das Badezimmerfenster öffnet und die Tür zum Flur schließt. Das Gleiche gilt für die Küche“, so Lorenz. Die Kipplüftung würde laut Lorenz dabei oft unnötig verteufelt werden. „Besser ist es selbstverständlich die Fenster ganz zu öffnen, aber man kann auch, statt zehn bis fünfzehn Minuten das Fenster ganz zu öffnen, es 30 bis 60 Minuten kippen“, sagt Lorenz. Dies sei auf jeden Fall besser als gar nicht zu lüften.


Nach Aussage von Experten reichen schon einfach Maßnahmen, um der Entstehung von Schimmelpilz entgegenzuwirken. „Viele Leute heizen nur einen Teil der Wohnung und lassen manche Räume tagsüber auskühlen“, so Eckert. Der Fehler würde darin bestehen, dann auch noch die Türen dieser Räume offenzuhalten, damit – so die Überlegung vieler Mieter – zumindest etwas wärmere Luft in die Räume kommt. Damit würde aber auch mehr Feuchtigkeit in die Räume ziehen und eben die Schimmelgefahr erhöhen. „Besser ist es, die Türen ganz zu schließen“, so Eckert.


Wie kalt darf es in Innenräumen werden, ohne zu schimmeln?

Der BSS Bundesverband Schimmelpilzsanierung e.V. hat dieses hochaktuelle Thema auf dem BSS Schimmelkonvent behandelt und nun ein übersichtliches Merkblatt mit Tipps und Faustregeln zum Heizen und Lüften bei niedrigeren Raumtemperaturen herausgebracht.


Wir empfehlen die 10 Tipps unbedingt zu lesen:


BSS_Merkblatt_Heizen_Und_Lueften_digital_171022.pdf (bss-schimmelpilz.de)


Heizungsthermostat auf Stufe 3
Heizungsthermostat

Bei Fragen und Beratung zu einer durch den Staat geförderten Wärmepumpe sprechen Sie uns gerne telefonisch oder per E-Mail an.

13 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen